Die Kleingewässer, die durch die Entbuschung des Schneidrieds auf dem ehemaligen Fritzlesweiher entstanden, wurden im Frühjahr 2007 von Insekten und Amphibien angenommen. Sogar bei einer Begehung im Juli 2007 waren die Gumpen und Kleingewässer mit Wasser gefüllt. Es gab keine wesentliche Veränderung zum Vorjahr.
Bei einer Begehung der Kälberweide am 28. Juni 2007 waren Gräben und Tümpel mit Wasser gefüllt. Vereinzelt nachgewachsenen Weidenschösslinge wurde per Hand ausgezogen. Im mittleren Bereich der Wässerwiese breitet sich Mädesüß aus.
Die Wässerwiese auf städtischem Gelände, Gemarkung Kälberweide in Bad Saulgau, ließ der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Rahmen des Interreg-Projekts vom 19. bis 23. August 2005 entbuschen. Dabei wurden die Gehölze entlang von drei Längsgraben, einem Grabensystem am Windrad und an zwei Tümpeln am nördlichen Rand der Wiese gefällt und die Wurzelballen mit einem Bagger entfernt.
Download: Vogelkundliche Informationen zur Kälberweide
Die Entbuschung der Riedfläche auf städtischem Gelände, dem ehemaligen „Fritzlesweiher“, erfolgte am 18. und 19. August 2005. Mit dem Entfernen der Wurzelstöcke der Weiden wurden drei Gumpen (Vertiefungen im Bach oder Graben) angelegt. Sie dienen Wassertieren als Lebensraum und Wiesenvögeln als Nahrungsgebiet.
Das Schneidried Cladium mariscus ist im Biotop Fritzlesweiher besonders wertvoll. Es ist laut Oberdorfer (1983) ziemlich selten, aber gesellig in Verlandungsbeständen an Seeufern, in Flachmoortümpeln oder an Quellen und Gräben, auf sommerlich sich erwärmenden, seicht überschwemmten, basen- und meist kalkreichen Schlickböden. Beim Fritzlesweiher wächst es auf einer 5 bis 6 Zentimeter dicken Torfmudde, darunter kam sandiger Ton mit Kies zum Vorschein. Erkundigungen ergaben, dass der Weiher nicht verlandete, sondern austrocknete nachdem der Kronriedbach tiefer gelegt wurde. Der ehemalige Weiher wurde teilweise verfüllt.
Die Weidengebüsche stockten auf alten verstopften Tondrainagen. Die in diesen Bereichen angelegten Gumpen werden nur temporäre Kleingewässer in die das Schneidried einwandern kann. Nach der Entbuschung wirkt die Riedfläche zu den angrenzenden Wiesen hin offener, so dass diese besser vom Storch genutzt werden können. Bäume und Sträucher an der südlichen und östlichen Seite des Schneidrieds bleiben als Sichtbarriere zur Straße Saulgau-Mosheim und zum Feldweg erhalten.
Thomas Lehenherr, Umweltbeauftragter der Stadt Bad Saulgau und Rita Strieckmann, BUND Regionalgeschäftsführerin betreuten die Maßnahmen in Bad Saulgau.

Entbuschung im Gewann Kälberweide, Bad Saulgau. Die Baumstümpfe wurden samt Wurzelballen mit dem Bagger herausgerissen. Foto: Rita Strieckmann.

Häckseln und Abtransport des Schnittguts. Foto: Rita Strieckmann.

Gumpen im Schwarzachtal, nach Entfernung der Weiden (Entbuschung) und nach einigen Regentagen. Foto: Rita Strieckmann.
Ehemaliger Fritzlesweiher, ca. 1 Hektar groß, heute verlandet, mit wertvollem Schneideried. Ausriss von Sträuchern, damit das Schneidried nicht verbuscht. Dadurch entstanden auch kleine Gumpen (Wasserlöcher), in denen Amphibien laichen können.
In einer Wässerwiese in Bad Saulgau 1 Hektar groß, wurden 4 Gräben entbuscht und 2 Tümpel wieder freigelegt. An den Gräben war früher der Storch bei der Nahrungssuche oft beobachtet worden, in den letzten Jahren nicht mehr, weil er wegen des Bewuchses nicht mehr an die Gräben herankam.
Die Gumpen und das Schneidried bieten den Nahrungsorganismen des Storches neuen Lebensraum.
Naturpädagogik: Der BUND hat außerdem einen Storchennachmittag für Kinder in Zusammenarbeit mit der Tourismusbetreibergemeinschaft durchgeführt. Die Kindern bastelten ein Storchenkostüm und sie beschäftigten sich spielerisch mit den Gefahren für Störche auf ihrem Zug (Stromleitungen, Wassermangel in der Wüste, fehlender Aufwind über dem Meer …).

Störche in Bad Saulgau - Foto von Rita Strieckmann

 Arbeiten auf der Kälberwiese
Der ehemalige Fritzlesweiher im Schwarzachtal, etwa ein Hektar groß, ist heute verlandet. Dort hat sich ein wertvoller und seltener Biotoptyp entwickelt, ein so genanntes Schneideried (Cladietum marisci). Damit dieser einmalige Lebensraum nicht verbuscht und zuwächst, ist es nötig, Sträucher auszureißen und die Wurzelstöcke zu entnehmen. In den dadurch entstehenden kleinen Gumpen (Wasserlöcher), können Amphibien laichen, neue Laichplätze entstehen, vor allem für Frösche. Sowohl diese Gumpen, als auch das Schneideried sind bereits heute Nahrungsplatz für die Saulgauer Störche und sollen als solche optimiert werden.
Im Gewann Kälberweide in Bad Saulgau befindet sich eine etwa ein Hektar große Wässerwiese. Diese Wiesen wurden vor eingen Jahrzehnten entwässert. Seit Mitte der 1990er Jahre versorgt eine Windrad-Pumpe einen Teil der Wiesen erneut mit Wasser und sorgt dafür, dass seltene Tiere und Pflanzen hier wieder leben und Nahrung finden können. In den Wässerwiesen der Kälberweide werden Gräben entbuscht und Tümpel wieder freigelegt. An den Gräben war früher der Storch bei der Nahrungssuche oft beobachtet worden, in den letzten Jahren nicht mehr, weil er wegen des Bewuchses nicht mehr an die Gräben herankam.
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