Die seit 2001 in Isny brütenden Störche hielten sich von März bis Mai 2007 sehr regelmäßig an den Grabenabschnitten auf, die im Rahmen des Interreg-Projekts neu gestaut worden waren. Für den Weißstorch wurden die Randbereiche der Gräben dadurch optimiert, dass durch die temporäre Vernässung Bodenbewohner oberflächennah erreichbar sind. Außerdem wird der Gewässerlebensraum Graben verbessert. Von den sonst vereinzelt beobachteten Bekassinen wurden im November 2007 120 Tiere gezählt. Als Brutpaare angesiedelt haben sich im vernässten Gebiet zusätzlich 3 Braunkehlchenpaare (im Bereich von Brachestreifen in der Nähe), 5 Sumpfrohrsängerpaare , 1 Rohrammerpaar. Es ist zu erwarten, dass auch andere Arten von den neuen Wasserflächen profitieren.
Ein Teil des Grundgerüsts eines ehemals ausgedehnten Wässerwiesensystems in den Bodenmösern westlich Isny wurde durch dieses Teilprojekt reaktiviert. Es handelt sich um die von der Isnyer Ach rechts abzweigenden beiden Gräben "Glasergraben" und "Spitalgraben", die beide nördlich parallel der Ach durch das Wiesengebiet verlaufen und schließlich wieder in die Ach münden. Durch die Anlage zweier regulierbarer Stauvorrichtungen sollte die Möglichkeit geschaffen werden, eine temporäre und regulierbare Vernässung grabennaher Bereiche vornehmen zu können.
Gleichzeitig sollte auch eine Optimierung des Gewässersystems selbst durch die Regulierbarkeit des Wasserstandes und des Durchflusses in den Gräben ermöglicht werden. Eine Feinregulierung sollte schnell und unkompliziert möglich sein. Diese Maßnahme war in erster Linie zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für den Weißstorch, gedacht, positive Auswirkungen auf andere Arten sowie auf den gestörten Wasserhaushalt des Niedermoorgebietes waren erwünscht (zu Einzelheiten siehe Planunterlagen, Bolender und Weiland, 2006).
Die Staueinrichtungen wurden in Form zweier aus Hartholz gefertigter Fallenstöcke erstellt, an die sich jeweils Tosbecken (ebenfalls Holzkonstruktion) zur Verminderung der Sohl- und Seitenerosion stromabwärts anschließen. Vorbild v. a. für den nachgeschalteten Toskasten waren im Prinzip traditionelle Bauwerke, wie sie seit Jahrhunderten benutzt wurden.
Während des Einstaus von erfolgt eine Wiedervernässung von schätzungsweise 0,5 bis 1 Hektar. Der Einstau soll, auch nach der wasserrechtlichen Genehmigung, auf die Zeit von Winter (nach Bearbeitung der umliegenden Wiesen/Streuwiesen) bis einschließlich Juni beschränkt werden. Das erfahrungsgemäß während dieser Zeit knappe Nahrungsangebot u. a. für den Storch kann dadurch verbessert werden. Danach ist eine Absenkung des Staus erforderlich, damit die Wiesen gemäht werden können. Während der Zeit der Absenkung wird ein barrierefreier Durchfluss durch die Bauwerke im Sohlbereich ermöglicht.
Ortsbegehung als Vorbereitung eines Nahrungsplatzes für Störche im Naturschutzgebiet Bodenmöser. Hier geht es um die regulierte Wiedervernässung der ehemaligen Wässerwiesen. In diesen Wiesen sind bereits jetzt Störche anzutreffen. Es bietet sich die Chance, durch den Wiedereinbau von Stauvorrichtungen dieses Gebiet für die Natur und für Naturbeobachter zu verbessern.

 Wässerwiese - Foto: G. Thielcke
Wässerwiesen wurden früher über Gräben mit Wasser und Nährstoffen versorgt, um für eine größere Futterausbeute zu sorgen. Sie weisen eine typische Flora und Fauna auf, mit vielen heute selten gewordenen Arten. Reste funktionierender Wässerwiesen sind im ganzen Projektgebiet vereinzelt noch erhalten, so im Naturschutzgebiet Bodenmöser, Isny.
Im Rahmen des Interreg-Projekts soll versucht werden, die "Bleicherwiesen" und das Wässerwiesensystem am nordwestlichen Stadtrand von Isny im Naturschutzgebiet Bodenmöser wieder optimal zum Nutzen für die Natur in Gang zu setzen.
Dazu wird eine einfach regulierbare Stauvorrichtung errichtet. Dazu sind Vorgespräche mit der Stadt Isny, Kommunen und Betroffenen sowie ein Wasserrechtsverfahren nötig, das zuvor im Rahmen des Interreg-Projekts durchgeführt wird.
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