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Wolfurter Ried



Bericht über eine Aktion mit Jugendlichen in Vorarlberg 2007





Stand März 2006

Foto: Waldinger
Foto: Waldinger
Baumfäll Wolfurt (Foto: Waldinger)
Baumfäll Wolfurt (Foto: Waldinger)

Freiwillige Helfer – vom Kind bis zur Großmutter – halfen bei den Entbuschungen im Lauteracher und Wolfurter Ried mit. Die Landschaft ist nun wieder deutlich offener. Die Brutgebiete und Lebensräume für die typischen Riedbewohner wie Brachvogel, Kiebitz und Sumpfgladiole wurden dadurch aufgewertet. Der Naturschutzbund Vorarlberg bedankt sich bei allen, die zum Gelingen beigetragen haben, insbesondere bei allen freiwilligen Helfern. 



In den Wintermonaten wurden auch mehrere Flachteiche angelegt. Das schafft neuen Lebensraum und verbessert die Nahrungsgrundlage für Brutvögel.



NATURSCHUTZBUND-Projektteam bei einer Begehung im Birken (Foto: M. Waldinger)
Begehung im Birken
Freiwillige Helfer des NATURSCHUTZBUND-Pflegetrupps bei Entbuschungen im Birken
Entbuschungen im Birken

Stand Dezember 2005

Das Naturschutzbund-Projektteam Bianca Burtscher, Anne Puchta, Alwin Schönenberger und Jürgen Ulmer hat die Detailplanungen für die Anlage von Kleingewässern und die Entbuschungen im Wolfurter Ried in Absprache mit den Grundstücksbesitzern ausgearbeitet. Die Verhandlungen für die Anlage des Stauwehrs laufen noch.

 

Die Entbuschungen im Wolfurter Ried sind bereits abgeschlossen. Zahlreiche freiwillige Helfer des Naturschutzbund-Pflegetrupps – vom Kind bis zur Urgroßmutter - haben dabei mitgeholfen. Die Fotos vor und nach den Entbuschungen zeigen deutlich, dass das Birken nun wesentlich offener ist.

 

Sobald die Bezirkshauptmannschaft die Flachteiche bewilligt, wird auch mit den Baggerarbeiten begonnen.

 



Alter Lauf der Schwarzach im Jahr 1969 (Foto: H. Nugent)
Alter Lauf der Schwarzach im Jahr 1969 (Foto: H. Nugent)

INTERREG III A-Projekt Feuchtgrünland und Storchenlebensräume zwischen Alpenrhein und Donau - Von der Planung zur Umsetzung

 

Das Mai 2005 gestartete Interreg III A-Projekt läuft in Vorarlberg, Schweiz, Liechtenstein und Deutschland auf Hochtouren. Das Naturschutzbund-Projektteam Bianca Burtscher, Anne Puchta, Alwin Schönenberger und Jürgen Ulmer hat für einen Grossteil der Aufwertungen im Wolfurter und Lauteracher Ried in Absprache mit den Grundstücksbesitzern die Detailplanungen abgeschlossen.

 

Die Maßnahmen orientieren sich am historischen Landschaftscharakter und an den Lebensraumansprüchen der charakteristischen Riedarten wie Wiesenvögel, Amphibien und Libellen.

 



Detailplan für die Maßnahmen im östlichen Birken
Detailplan für die Maßnahmen im östlichen Birken

Diese Riedgebiete waren früher offene Landschaften mit zahlreichen Kleingewässern, die heute fast völlig fehlen. Wie man auf dem Foto von Horst Nugent aus dem Jahr 1969 sieht, schlängelte sich der alte Lauf der Schwarzach früher fast ohne Gehölzbestockung durch das Wolfurter Birken und im Ried selbst gab es nur einige Einzelbäume und Sträucher. Heute kammern lange Gehölzreihen, z.T. Hybridpappeln am alten Lauf der Schwarzach und einem Entwässerungsgraben die Landschaft. Der östliche alte Lauf der Schwarzach ist zudem verlandet. Durch gezielte Entbuschungen und die Anlage von Flachteichen im alten Lauf der Schwarzach soll dieser Zustand annähernd wieder hergestellt werden.

 



Jürgen Ulmer und ein freiwilliger Helfer bei Entbuschungsarbeiten
Jürgen Ulmer und ein freiwilliger Helfer bei Entbuschungsarbeiten

Der Pflegetrupp an freiwilligen Helfern hat mit den Entbuschungen im Lauteracher und Wolfurter Ried bereits begonnen. Die Arbeiten werden im Laufe dieses Winters fortgesetzt. Sobald die Bezirkshauptmannschaft die Flachteiche bewilligt, wird auch mit den Baggerarbeiten begonnen. Im Laufe des Projekts wird zudem am alten Lauf der Schwarzach ein regulierbares Stauwehr eingebaut. Denn durch Flussregulierungen und den Ausbau der Entwässerungssysteme sind weite Teile der Riedgebiete heute viel trockener als vor 50-100 Jahren. Ein hoher Grundwasserspiegel ist aber eine entscheidende Voraussetzung für die Erhaltung von Feuchtgrünland.

 



Auch Libellen werden profitieren (Foto: M. Waldinger)
Auch Libellen werden profitieren (Foto: M. Waldinger)

Die Maßnahmen im Wolfurter und Lauteracher Ried kommen zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten zugute. Die Brutgebiete von Bekassine, Großer Brachvogel und Uferschnepfe werden aufgewertet. Durch die geplanten Kleingewässer erhöht sich das Nahrungsangebot für Störche und andere Wiesenvögel. Mit den Flachteichen werden auch neue Lebensräume und Laichgebiete für wassergebundene Arten wie Libellen und Amphibien geschaffen. Die typischen Pflanzenarten der Streuwiesen sind lichtliebend und brauchen einen hohen Grundwasserspiegel. Von Entbuschungen und der Verbesserung des Wasserhaushalts werden deshalb auch Lungen-Enzian, Fieberklee etc. profitieren.



 

 

 



Vorhaben

Naturschutzgebiet Birken im Wolfurter Ried (Foto: B. Burtscher)
Naturschutzgebiet Birken im Wolfurter Ried (Foto: B. Burtscher)

Das Wolfurter Ried zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Streuwiesen aus, die im Naturschutzgebiet Birken besonders großflächig sind. Neben anderen seltenen Tier- und Pflanzenarten kommen im Wolfurter Ried die in Vorarlberg vom Aussterben bedrohten Wiesenvögel Großer Brachvogel, Bekassine und Kiebitz vor.

 

Die Maßnahmen im Interreg-Projekt orientieren sich an den Lebensraumansprüchen der charakteristischen Riedarten wie Wiesenvögel, Amphibien und Libellen und am historischen Landschaftscharakter. Die Riedgebiete waren früher offene Landschaften mit zahlreichen Kleingewässern, die heute fast völlig fehlen. Wie man auf dem Foto von Horst Nugent aus dem Jahr 1969 sieht, schlängelte sich der alte Lauf der Schwarzach früher fast ohne Gehölzbestockung durch das Wolfurter Birken und im Ried selbst gab es nur einige Einzelbäume und Sträucher. Heute kammern lange Gehölzreihen, z.T. Hybridpappeln am alten Lauf der Schwarzach und einem Entwässerungsgraben die Landschaft. Der östliche alte Lauf der Schwarzach ist zudem verlandet. Durch gezielte Entbuschungen und die Anlage von Flachteichen im alten Lauf der Schwarzach soll dieser Zustand annähernd wieder hergestellt werden. Zudem werden mehrere Flutmulden in einer Extensivierungswiese angelegt.

 

Durch Flussregulierungen und den Ausbau der Entwässerungssysteme sind weite Teile der Riedgebiete heute viel trockener als vor 50-100 Jahren. Am alten Lauf der Schwarzach wird der Wasserhaushalt in den Streuwiesen durch ein regulierbares Stauwehr kleinräumig verbessert. Denn ein hoher Grundwasserstand ist eine entscheidende Voraussetzung zur Erhaltung von Feuchtgrünland. Feuchtwiesen müssen aber auch gemäht werden. Das Stauwehr wird deshalb im Spätsommer geöffnet, sodass die Böden vor der Streuemahd abtrocknen können.




Großer Brachvogel (Foto: M. Waldinger)
Großer Brachvogel (Foto: M. Waldinger)

Die Maßnahmen im Wolfurter Ried kommen zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten zugute. Die Brutgebiete von Bekassine, Großer Brachvogel und Kiebitz werden aufgewertet. Durch die geplanten Kleingewässer erhöht sich das Nahrungsangebot für Störche und andere Wiesenvögel. Mit den Flachteichen werden auch neue Lebensräume und Laichgebiete für wassergebundene Arten wie Libellen und Amphibien geschaffen. Die typischen Pflanzenarten der Streuwiesen sind lichtliebend und brauchen einen hohen Grundwasserspiegel. Von Entbuschungen und der Verbesserung des Wasserhaushalts werden deshalb auch Lungen-Enzian, Fieberklee etc. profitieren.

 

Aber auch den Menschen kommen die Aufwertungen in einem wichtigen Naherholungsgebiet zugute. Im Böschenwies wird auf einem Grundstück der Marktgemeinde Wolfurt eine kleine Infostelle mit Kleingewässern und Infotafeln eingerichtet. Die Erlebnismöglichkeiten an den Teichen, Sitzgelegenheiten und ein Fahrradabstellplatz werden Besucher zum Verweilen einladen.




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