Das Wolfurter Ried zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Streuwiesen aus, die im Naturschutzgebiet Birken besonders großflächig sind. Neben anderen seltenen Tier- und Pflanzenarten kommen im Wolfurter Ried die in Vorarlberg vom Aussterben bedrohten Wiesenvögel Großer Brachvogel, Bekassine und Kiebitz vor.
Die Maßnahmen im Interreg-Projekt orientieren sich an den Lebensraumansprüchen der charakteristischen Riedarten wie Wiesenvögel, Amphibien und Libellen und am historischen Landschaftscharakter. Die Riedgebiete waren früher offene Landschaften mit zahlreichen Kleingewässern, die heute fast völlig fehlen. Wie man auf dem Foto von Horst Nugent aus dem Jahr 1969 sieht, schlängelte sich der alte Lauf der Schwarzach früher fast ohne Gehölzbestockung durch das Wolfurter Birken und im Ried selbst gab es nur einige Einzelbäume und Sträucher. Heute kammern lange Gehölzreihen, z.T. Hybridpappeln am alten Lauf der Schwarzach und einem Entwässerungsgraben die Landschaft. Der östliche alte Lauf der Schwarzach ist zudem verlandet. Durch gezielte Entbuschungen und die Anlage von Flachteichen im alten Lauf der Schwarzach soll dieser Zustand annähernd wieder hergestellt werden. Zudem werden mehrere Flutmulden in einer Extensivierungswiese angelegt.
Durch Flussregulierungen und den Ausbau der Entwässerungssysteme sind weite Teile der Riedgebiete heute viel trockener als vor 50-100 Jahren. Am alten Lauf der Schwarzach wird der Wasserhaushalt in den Streuwiesen durch ein regulierbares Stauwehr kleinräumig verbessert. Denn ein hoher Grundwasserstand ist eine entscheidende Voraussetzung zur Erhaltung von Feuchtgrünland. Feuchtwiesen müssen aber auch gemäht werden. Das Stauwehr wird deshalb im Spätsommer geöffnet, sodass die Böden vor der Streuemahd abtrocknen können.