
Der Weißstorch ist im Fürstentum Liechtenstein als Brutvogel seit rund hundert Jahren verschwunden. Immer wieder werden Durchzügler beobachtet und der nächste Storchenhorst im Saxerriet (Kanton SG, Schweiz) ist nur wenige Kilometer von der Liechtensteiner Grenze entfernt. Der Storch ist zwar noch nicht Brutvogel in Liechtenstein, aufgrund der geringen Distanz, ist es aber nahe liegend auch Liechtenstein in das Projekt einzubeziehen.
Ein größerer Teil Liechtensteins liegt in der Rheintalsohle. Der Siedlungsdruck ist stark.
Trotzdem finden sich entlang des Alpenrheines noch potenzielle Aufwertungsräume vor allem in der nördlichen Landeshälfte. Erste positive Aufwertungen konnten bereits erzielt werden (Neugestaltung der Binnenkanalmündung, Schaffung von Feuchtflächen im Bannriet).
Auf diesen Vorarbeiten kann im vorliegenden Projekt aufgebaut werden. Die transnationale Einbindung in ein Interreg-Projekt wirkt hier unterstützend.
Hauptziel dieses Teilprojektes ist die Verbesserung des Lebensraumes für den Weißstorch im Liechtensteiner Unterland. Der Schwerpunkt der Aufwertungen bildet die Schaffung von Wasserflächen in Verbindung mit Extensivflächen. Zur Kostenoptimierung wird dabei grundsätzlich die freiwillige Zurverfügungstellung des Grundes für Aufwertungsmaßnahmen durch die Eigentümer angestrebt. Derzeit sind zwei Projektgebiete im Nahbereich des Alpenrheins vorgesehen (Diese beiden Flächen werden realisiert, sind aber nicht Bestandteil des Interreg-Antrages):
Das Ruggeller Riet ist mit einer Ausdehnung von rund 90 Hektaren das größte Flachmoor Liechtensteins. Es grenzt auf weiten Teilen unmittelbar an intensive Umlandnutzung an. Auch innerhalb des Rietes sind einzelne ehemalige Intensivwiesenparzellen vorhanden. Einer der Grundeigentümer konnte für die Umsetzung von Massnahmen gewonnen werden. Er stellt seine Grundparzelle für Aufwertungen zur Verfügung und sichert die Finanzierung der Aufwertungsmaßnahmen zu. Geplant sind die Extensivierung dieser Flächen und die Schaffung von Feucht-/Wasserflächen. Dabei ist die Neuschaffung von Wasserflächen in Anlehnung an alte Torfstiche vorgesehen.
Das Bannriet: In der ehemaligen Schwemmebene nahe dem Rhein ist ein gutes Potenzial für den Storch vorhanden. Der Landschaftsraum ist bereits reich an ökologischen Ausgleichsflächen, die in den letzten Jahren im Rahmen diverser Projekte erweitert wurden (Projekte von CICONIA und Liechtensteinischer Gesellschaft für Umweltschutz). Beim Projekt kann somit auf verschiedenen Vorleistungen aufgebaut werden. Das Projekt entspricht auch den Entwicklungsvorstellungen für das Gebiet, wie sie im Entwicklungskonzept für Natur und Landwirtschaft (ENL) formuliert werden. Es sind im Rahmen des Projektes diverse kleinere Wasserflächen in bestehenden ökologischen Ausgleichsflächen (Extensivwiesen) geplant. Von diesen Aufwertungsmaßnahmen profitieren auch verschiedene ans Wasser gebundene Arten.
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